Stress oder Lernen! Was soll das?

Nach dem neuen „Kinderbarometer“ empfindet ein Drittel aller Kinder Schule als Stress. Der Kinderschutzbund warnt vor Überforderung. Ob durch den dichten Stoff, die Lernatmosphäre, der für viele zu frühe Schulbeginn oder auch der elterliche Druck, sei mal dahin gestellt. Klar ist: Stress macht gutes Lernen unmöglich! Von daher: Viel unnütze Bemühungen, Verschwendung an Zeit, Geld und Energie – auch und gerade zusätzliche Nachhilfe bringt eventuell kurzfristige Erfolge, vertieft jedoch oft den Lernfrust insgesamt. Und das eine Drittel der Gestressten geht ja nicht spurlos an der scheinbar unbelasteten Mehrheit vorbei!

Da wir uns derzeit so gerne auf unser antikes und abendländisches Erbe besinnen: Das griechische Wort für „Muße“ heißt „scholé“, lateinisch „schola“, französisch „ecolé“, englisch „school“ und deutsch „Schule“. Eine gute Schule hätte dann, recht verstanden, das Rüstzeug zu liefern für die schönen und schöpferischen Tätigkeiten, die ein erfülltes Leben ermöglichen und wahres Glück bescheren – und nicht blankes Wissen oder Techniken, um einen Platz in der zunehmend sinnentleerten („Burn-Out“) bis inhumanen, am schnöden Mammon gefesselten Arbeitswelt zu ergattern.

ErzieherInnen und Lehrkräfte handeln – wie selbstverständlich auch die Eltern – im guten Glauben, dass ein bestimmter Schulabschluss, dass Computerkenntnisse in der Grundschule und „Basis-Chinesisch in der KiTa“ den Erfolg im Wettbewerb ab Klasse 3, im „War for Talents“ sichern, den Weg zum Lebensglück ebnen könnten. Weit gefehlt – so auch die Hirnforschung.

Deshalb geht es darum, wieder einen Sinnzusammenhang und Spannungsbogen herzustellen zwischen einer erwünschten Berufs- und Lebenswelt auf der einen, den natürlichen Bedürfnissen und Motiven junger Menschen auf der anderen Seite. Hier wäre auch das Wort „Nachhaltigkeit“ ausnahmsweise mal passend. Zuvor tut eine grundlegende Entstressung sicher gut – für die erwachsenen Begleiter durch Ideenaustausch und das Erkennen gemeinsamer Ziele, für die Kinder durch ein integriertes Lernen – mit Bewegung und Spiel, besserer Ernährung und mehr lebendigen Sozialkontakten statt multimedialer Ablenkung.

Lassen Sie uns darüber reden… > mf@embodiment-learning.de

Mehr auch zur Umfrage der Zeitschrift ELTERN

Zum Schulanfang: „Eltern haben mehr Stress – Kinder zu wenig Bewegung!“

Nach einer aktuellen FORSA-Umfrage setzen viele Eltern sich selbst – und ihre Kinder – bei der Erziehung unter Druck; mit oft zu hohen Ansprüchen im Spannungsfeld Beruf – Elternschaft – Partnerbeziehung. 75% der Mütter sind mit ihrer erzieherischen Wirkung unzufrieden, zwei Drittel der Männer spüren, dass sie ihrer Vaterrolle nicht genügend gerecht werden.

Dazu erinnere ich mich an einen Bericht in DIE ZEIT Nº 07/2013 vom 7. Februar 2013.  Danach wird bei Heranwachsenden immer häufiger das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom diagnostiziert. Die Problemursache liegt dafür aber nicht im Kind selbst, sondern in der Gesellschaft, sagt der schweizerische Erziehungsexperte Remo Largo. Allein der Titel „Wir zwingen Kinder dazu, still zu sitzen!“ genügt, um dem Dilemma auf die Spur zu kommen: Mit mehr und regelmäßiger Bewegung in der Familie und Schule, mehr gemeinsamen Spielerlebnissen (ohne Game-Boy & Co!) und natürlich gehirngerechter Ernährung wäre das sog. „Struwwelpeter-Phänomen“ drastisch und ohne dauerhafte Medikamentierung zu reduzieren. „Embodiment Learning“ geht  genau diesen Weg! Wir bieten Eltern bzw. LeiterInnen von Grundschulen und Kindertagesstätten hierzu viele Impulse und maßgeschneiderte Konzepte mit Tiefenwirkung…

Präsenz statt Kampf, Krampf & Konzentration

Verzeihung, aber was in den Amateurligen oder im Jugendbereich noch verständlich wäre, zeigt sich immer wieder auch im so genannten Spitzensport – aktuell bei der Handball-Europameisterschaft der Frauen:

Verbissenheit, Verkrampfung, Verzettelung, Verzweiflung… – typisch deutsche Erscheinungen, die selbst ein dänischer Spitzentrainer (noch) nicht auflösen konnte?

„Global gesehen“ wäre das auch nicht soooo wichtig, gingen nicht vom multimedialen Sport & Spiel tief greifende Signale auch für Kinder und Jugendliche aus…
Wenn nur der Sieg in Punkten zählt, Fairplay nur auf den Banden steht und echte Spielfreude eher verkümmert – wie soll dann „Lernen auf allen Ebenen“ bestmöglich gelingen?

Da staunt man doch über die Holländerinnen – nicht unbedingt eine Weltmacht im Handball; jedoch: Zu selbstverständlicher Fitness, Technik und Taktik wird die gemeinsame Freude über jede gelungene Aktion zum Matchwinner!

Wie das auch hier zu Lande entdeckt und erreicht werden kann – ob im Bildungsbereich oder in der Sportszene? Mehr Ideen auf dieser website und ganz sportspielspezifisch hier.

Es grüßt freudvoll
Michael G. Franz